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IGS
Holweide > Gemeinsamer Unterricht
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MehrGenerationenHaus
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Bei seiner Arbeit als Hotelbetriebswirt in Heidelberg und Bremen, in der Schweiz und in der Türkei hatte Roderich Dörner überall nach der Vereinbarkeit von Wirtschaftlichkeit und menschlichen Werten wie Akzeptanz, Toleranz und der „Würde des Menschen“ etc. in der Gastronomie/Hotellerie gesucht. Bereits in seiner Abschlussarbeit zum Hotelbetriebswirt hatte er sich mit „Emotionaler Intelligenz in der Hotellerie“ befasst. Doch die in der Theorie verankerten Leitbilder und Kommunikationskonzepte hatten nur in ganz seltenen Ausnahmefällen etwas damit zu tun, was Dörner vor Ort bei seinen Untersuchungen vorfand. Seit Anfang 2007 arbeitet Dörner nun im Bürgerzentrum Deutz. Dieses Bürgerzentrum versteht sich als eine Einrichtung des Gemeinwesens im Kölner Stadtteil Deutz. Es will als künftiges MehrGenerationenHaus verbindendes Glied zwischen den Generationen sein und dabei allen gesellschaftlichen Gruppierungen, unabhängig von ihrer Partei- und Konfessionszugehörigkeit, ein Forum und eine Plattform bieten. Hier sollen für die Bürger relevante Themen aktiv bearbeitet und im Stadtteil platziert werden. Auf diese Weise soll das Bürgerzentrum Deutz in den kommenden fünf Jahre zu einer Dienstleistungsbörse für alle Generationen werden, egal ob jung oder alt, ob gesund, krank, mit oder ohne Behinderung. Damit will es einen Beitrag zur Erhöhung der Lebensqualität im Veedel (kölsch für Stadtviertel) leisten. Nach dem Vorbild des Restaurants „Conviva“ in der Münchener Innenstadt sollen Menschen mit Behinderung in Küchen-, Veranstaltungs- und Servicebereichen je nach Fähigkeit und Möglichkeiten eingesetzt werden. Dadurch sollen Gelegenheiten für und durch Mitarbeiter mit Behinderung geschaffen werden, sich mit Nichtbehinderten im öffentlichen Raum zu begegnen, kennen zu lernen und dadurch Vorurteile abzubauen. Wiener-, Jäger-, Zigeuner-, Zwiebel-, oder Käseschnitzel mit Tomaten- Bohnen-Salat und Kroketten und einer Schokocreme als Dessert gibt es bereits zu einem Preis von 4,50 Euro. Diese Kantine im Eingangsbereich soll nun in ein modernes Integrationsbistro umgestaltet werden.
Das
Ziel dieser Gastronomie ist es, ein „öffentliches Wohnzimmer“ Nachdem Roderich Dörner seine Diplomprüfung bestanden hatte, nahm er im Mai 2006 Kontakt mit der Integrativen Gesamtschule Köln Holweide auf. Im Sommer 2007 hatte er bereits einen geeigneten Platz für seinen Integrationsbetrieb gefunden und es wurde vereinbart, dass die Schüler mit Behinderungen der Gesamtschule Köln Holweide hier die Möglichkeit haben würden, Praktikumsplätze und bei guter Platzierung im Betrieb eine Festanstellung zu bekommen.
Was
aber genau sind Integrationsunternehmen/-betriebe? Integrationsunternehmen und Firmen arbeiten markt- und qualitätsorientiert und bieten ihren Mitarbeitern Arbeitsverhältnisse unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes wie Arbeitsvertrag mit tariflicher bzw. ortsüblicher Entlohnung, Kündigungsschutz, etc. Es gibt bereits langfristige Erfahrungen. Wurden Integrationsbetriebe seit Ende der 70er Jahre zunächst ausschließlich für die Zielgruppe der Menschen mit psychiatrischen Erfahrungen geschaffen, so entstehen nun auch Betriebe für Menschen mit körperlichen, lern- und geistigen bzw. Mehrfachbehinderungen. In Deutschland gibt es ca. 10.000 Arbeitsplätze in diesen Betrieben. In Italien zum Beispiel mehr als 35.000. Ab Herbst 2007 werden die ersten Schüler der Gesamtschule Köln-Holweide ins Praktikum des Integrationsbetriebes im Bürgerzentrum Deutz gehen. Jasmin (Name geändert) ist Schülerin der zehnten Klasse mit einer Lern– und geistigen Behinderung. Sie hat bereits ein Praktikum in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung absolviert, aber dort war es ihr zu langweilig. Ein zweites Praktikum bestand sie mit großem Erfolg auf dem ersten Arbeitsmarkt: in der Küche einer integrativen Kindertagesstätte.
Auch Ayche (Name geändert) wird in der Küche des Integrationsprojektes mit einem Praktikum und anschließendem Langzeitpraktikum starten. Sie ist eine türkische Schülerin, ebenfalls aus dem 10. Jahrgang mit Lernbehinderung. Sie hat zahlreiche Praktika auf dem ersten Arbeitsmarkt absolviert und zeichnet sich gerade durch gute Kenntnisse in der Küche aus, die sie nicht zuletzt im hauseigenen Kaffeeklatschprojekt der Gesamtschule Köln Holweide erworben hat. Fernziel ist es, sie auf den Ausbildungsplatz des Integrationsbistros als Beiköchin, in Kooperation mit der Arbeitsagentur Köln, ab Sommer 2008/09 zu setzen. Eventuell wird sie einen betrieblichen Förderlehrgang zwischenschalten. Für die Schüler wird es eine Menge zu tun geben, denn seit kurzem hat das Bürgerzentrum Deutz das Schulcatering für zwei Gymnasien und einen Kindergarten übernommen. Das beinhaltet 250 bis 300 Essen täglich und weiterhin kommen Kinder und andere Nachbarn, die einfach ein geselliges Mittagessen genießen möchten, in die Deutzer Tempelstraße, gleich neben der Evangelischen und gegenüber der Katholischen Kirche, eine Ecke vor dem türkischen Gemüseladen, dort, wo im Innenhof nicht mehr geparkt werden darf, weil da jetzt die Terrasse vom Bistro ist und wo unterm Dach die Hausaufgabenbetreuung eröffnet hat, außer zur Mittagszeit, dann wird gegessen im Mehrgenerationenhaus mit Integrationsbetrieb, bei Roderich Dörner. Auch
die Elternschaft der Schüler mit Förderbedarf
soll in das Projekt mit einbezogen werden. Sie sollen sich vor allem
durch handwerkliche Verschönerungsarbeiten und die Suche nach Sponsoren
einbringen. Aber sie sollen auch die Werbetrommel rühren, damit
so viele Bürger wie möglich hier essen gehen werden. Es sind
große Visionen, um Menschen mit Behinderung in Arbeit zu bringen.
Das ist nur gemeinsam und mit viel Engagement zu erreichen.
Neustes Projekt ist der Aufbau eines Integrationsbistros in Köln- Deutz, in dem behinderte und nichtbehinderte Menschen arbeiten. Schüler bekommen Praktikumsplätze und feste Arbeitsplätze für die Zukunft gestellt. Eine Arbeit, die sich lohnt! Erschienen ist der Artikel im Nov. 2007 im Rehatreff Zeitschrift für Handycap
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erstellt 15.10..2007, aktualisiert: 18.11.2007 (KRE) | |
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