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IGS Holweide/Projekte/Agenda21-Projekte/ Ernährung

Gesunde Ernährung

 

Im Schuljahr 2003 / 2004 knüpften mehrere Schulen im Regierungsbezirk Köln ein Netzwerk "Gesunden Schule". Zum Einstieg in konkrete Projekte führten die Schulen sogenannte Tandemprojekten durch. Das bedeutet, dass sich zunächst einmal je zwei Schulen im Netzwerk zusammen fanden, um mit ihren Schülerinnen ein gemeinsames Projekt in Angriff zu nehmen.

Die Integrierte Gesamtschule Holweide (IGS) und die Peter-Petersen-Schule Am Rosenmaar (PPS) hatten sich zum Projekt "Gesunde Ernährung in der Schule" zusammengeschlossen. Die Schülerinnen eines Wahlpflicht-Kurses Naturwissenschaften im 10. Jahrgang (WPI-Kurs) hatten in der Vorplanung des ersten Halbjahres abgestimmt, dass sie den Schülerinnen der PPS ihr erworbenes Wissen zu den Themen Verdauung und Nährstoffe in Gruppen- und Klassenpräsentationen vermitteln wollten. Darüber hinaus wollten sie die Grundschulkinder bei bei den Stationsversuchen zu den biologischen und chemischen Prozessen im Zusammenhang mit Ernährung anleiten.

Die Teilnehmerinnen des WPI-Kurses nahmen alle freiwillig am Projekt teil. Diejenigen, die dies nicht wollten, konnte in der Zeit an Eigenthemen zu den Unterrichtseinheiten arbeiten. Am WPI-Kurs nahmen auch Schülerinnen mit Förderbedarf teil, die sich alle am Ernährungs-Projekt beteiligen wollten.

Zeitlich wurde das Projekt in 4 Blöcken realisiert. Die Schülerinnen der IGS besuchten die Stammgruppen der PPS montags und mittwochs ca. von 9.00h bis 10.30 h in aufeinander folgenden Wochen. Dies war ihnen möglich, da die Fach- bzw. Teamlehrerinnen das Projekt großzügig unterstützten. Da die WPI-Lehrerinnen in dieser Zeit keine Unterrichtsverpflichtung hatten, konnten sie die Schülerinnengruppen beim Besuch begleiten, ohne dass da für Unterricht ausfallen oder verlegt werden musste.

1. Besuch (Verdauungsorgane und ihre Funktion)

Die Schülerinnen des WPI-Kurses hatten sich in Arbeitsgruppen aufgeteilt, um ihre zuvor erarbeiteten Kenntnisse zur Verdauung in kindgerechte Präsentationen auf zubereiten. Die größte Schwierigkeit bestand für sie darin, dass sie die Grundschülerinnen ja nicht kannten und keine Erfahrung hatten, welchen Wissensstand sie voraussetzen konnten. Ziel war es, dass die Grundschülerinnen die wichtigen Verdauungsorgane und deren Funktion kennen lernten. (Dauer: eine Doppelstunde und eine Einzelstunde)

Jede Gruppe hat sich da zu verschiedene methodische Herangehensweisen überlegt. Die einen wollten die Grundschülerinnen ein Körperschema zeichnen lassen und in dem sie vorgefertigte Begriffe zuordnen konnten. Andere haben sich überlegt, Material für die Zuordnung von Zeichnungen und Begriffen herzustellen dabei entstanden sogar Arbeitsblätter mit unterschiedlichen Anforderungsniveaus. Da sie selber aber so von der Arbeit mit den Modelltorsen fasziniert waren, hat jede Gruppe dieses Medium mit in die Arbeit einbezogen.

Eine Arbeitsgruppe hat sich abweichend davon mit dem Spezialthema "Gehirn-Nahrung" befasst und plante da zu eine Powerpointpräsentation zu entwickeln. So konnten wir für jede der fünf Tischgruppen in der PPS eine Tutoren-Gruppe anbieten. Die Tutoren-Gruppe bestanden aus zwei bis vier Teilnehmerinnen, da sich mehr Schülerinnen für das Projekt interessierten, als wir anfänglich erwartet hatten.

Nach der Planung und Aufteilung der Verantwortlichkeiten lernten die Schülerinnen in ihren Gruppen die Informationstexte, bereiteten die Medien vor und übten die Gesamtpräsentation ein.

Da die PPS nur ein Modelltorso besaß, haben die WPI-Schülerinnen die Modelle für ihre Tischgruppen aus der Gesamtschule mitgebracht. Ihren "Unterricht" führten sie jeweils für eine Stunde in den beiden Stammgruppen durch. So konnten sie in der Folgestunde das eine oder andere noch verbessern.

Beide Schülergruppen waren sehr aufgeregt. Die Gesamtschülerinnen waren gespannt, ob ihre Präsentation ankommt, sie befürchteten, dass die Grundschülerinnen vielleicht gar nicht mitmachen würden und fragten sich, ob die Aufgeben für Grundschülerinnen zu lösen waren. Diese Arbeitsform in den Tischgruppen war für das Vorhaben sehr geeignet, da die Tutorinnen mit einer für sie überschaubaren Gruppe arbeiten konnten und den Grundschülerinnen genug Raum für Eigenaktivitäten ließ.

In der Reflexion fanden alles, dass dies jeweils sehr gelungene Stunden waren. Die Schülerinnen konnten deutlich erkennen, ob ihr eigenen Kenntnisse und die der Gruppen ausreichend waren, um die Präsentation verständlich vorzutragen zu können, die Lernphasen gut strukturiert waren und ob sie auf Fragen der Grundschülerinnen zufrieden stellende Antworten geben konnten.
Alle waren vom großen Fachwissen einzelner Grundschülerinnen sehr beeindruckt, was einen weiteren Ansporn für die Vorbereitung der Folgestunden gab.

...

2. Besuch (Präsentation - Die Nährstoffe)

Die Begeisterung des ersten Besuchs hatte sich im Kurs schnell herumgesprochen, so dass am 2. Besuch noch weitere Schülerinnen teilnehmen wollten. Die Aufgabe war einen ca. 5 -10 minütigen Fachvortrag zu den Themen Kohlenhydrate, Fette oder Eiweiße zu halten.

Diese Form war für die Tutorinnen wesentlich schwieriger. Nun standen sie jeweils einer ganzen Klasse gegenüber. Die vorbereiteten Medien, die Absprache untereinander und der Vortrag mussten optimal abgestimmt sein, wenn alles flüssig ablaufen sollte. Gelegentlich konnten wir Lehrerinnen aber unterstützen, da mit sie den roten Faden ihres Themas wiederfinden konnten und den Vortrag zu Ende führen konnten. Für sie war von Vorteil, dass sie jetzt Ära zurückgreifen konnten, dass in den Jahren zuvor eine Ritualisierung bei Präsentationen eingeübt wurde in Form von Vortrag, Fragen stellen, Kritik üben (Was war gut? Was kann noch verbessert werden?).

 

3. Besuch (Stationsversuche)

Die Schülerinnen hatten Stationsversuche zum Stärkenachweis, zum Nachweis versteckter Fette, zur Demonstration der Funktion der Galle als Emulgator, zur Gerinnung von Eiweiß und zur Wirkung von Enzymen ( diese als mit Powerpoint-Präsentation) vorbereitet. Die Schülerinnen planten den Versuch, stellten die Versuchsmaterialien im Unterricht zusammen und führten die Präsentation dem WP1-Kurs vor. Einige konnten das größtenteils selbständig, andere bekamen hier weitgehende Unterstützung von uns Lehrerinnen.

 

4. Besuch: (Abschlußtreffen - gesundes Frühstück)

Der letzte Besuch galt dem gesunden Frühstück. Die Schülerinnen der beiden PPS Stammgruppen haben ein gesundes Frühstück vorbereitet, zu dem alle Tutorinnen aus dem WP1-Kurs eingeladen wurden.
Sie haben verschiedene Dips, Gemüse, Obst und Brote mit Aufschnitt zubereitet. Beim gemeinsamen Tischdecken und Frühstücken wurden die in den Stunden zuvor erarbeiteten Themen immer wieder angesprochen. Es schmeckte allen prima, auch wenn die eine oder andere weiterhin nicht auf ihrem Rübenkraut- oder Schockoaufstrich verzichten wollte. Hauptsache das Essen ist ausgewogen, da darf auch das auf dem Speiseplan stehen und das haben die Schülerinnen jetzt verstanden.

 

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  erstellt 17.2.2004, aktualisiert: 15.03.2006 (KRE)
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